
Einreise Nicaragua und die ersten Tage
Jasmin
Travel Bloggerin
Nicaragua... Die Einreise war abenteuerlich und aufregend. Der erste Stopp war heiß, die ersten Tage waren überwiegend entspannt, zum Teil, weil mir kaum etwas anderes übrig blieb bei den Temperaturen. Es gab aber auch einen Tag voller Adrenalin. Den Blog für dieses Land zu schreiben, fiel mir etwas schwerer, ihr lest am Ende des zweiten Blogs, warum. Viel Freude beim Lesen von Teil 1!
Morgens um sieben Uhr kam ich am Treffpunkt in El Salvador an. Unsere Reisepässe wurden eingesammelt und für die Ausreise fertig gemacht, während wir einen Zettel für die Einreise Nicaraguas ausfüllten. Als alles fertig ausgefüllt war, liefen wir Richtung Boot und um kurz nach neun fuhren wir los. Die Fahrt begann ganz entspannt und schon bald fuhren wir zwischen den Inseln, die ich am Vortag noch vom Vulkan aus sah. Ich konnte den Ausblick und die Fahrt genießen. Dann wurde Gas gegeben und die Hälfte des Bootes war klitschnass. So fuhren wir 10 Minuten, bevor sie langsamer wurden und uns Regenponchos gaben. Um uns trocken zu halten, war es schon etwas zu spät, dafür half der Poncho dabei, nicht bei jeder Welle eine Ladung Wasser ins Gesicht zu bekommen.




In Nicaragua angekommen, stiegen wir aus dem Boot, rein ins Wasser und über den Strand zum Steg. Hier wurden wir schon erwartet und die Rucksäcke wurden kontrolliert. Alle Rucksäcke wurden geöffnet und durchsucht. Die ersten in der Reihe mussten teilweise auch ihre Packwürfel öffnen. Ich machte mir bereits Wochen vor der Einreise Sorgen um meine Kamera. Drohnen sind in Nicaragua komplett verboten und professionelle Kameras können wohl auch abgelehnt werden. Ich fand im Internet keine Definition einer professionellen Kamera und am meisten machte ich mir Sorgen um mein Zoom-Objektiv. Als ich dann dran war, wurden mein Rucksack und meine Medikamente angeschaut und dann mein zweites Kameraobjektiv. Es wurde ein zweiter Beamter dazugeholt und mir wurden Fragen gestellt. Während der eine es genauer unter die Lupe nahm, durchsuchte der zweite weiter meine Tasche. Ich bekam das Objektiv zurück und das Schlimmste war geschafft! Es wartete bereits ein Shuttle, der mich in die nächste Stadt bringen sollte. Dort legte ich meine Sachen ab und ging zum offiziellen Schalter für die Einreise. Dort passierte erstmal eine Stunde gar nichts und wir warteten einfach. Danach ging es aber recht zügig. Wir bezahlten 13$ für die Einreise und bekamen einen Beleg über die offiziellen 10$, die wir für die Einreise bezahlt haben. Dann bekam ich meinen Reisepass zurück, ohne irgendwelche Fragen beantworten zu müssen, und ging zurück zum Shuttle und ab nach León.

León ist die zweitgrößte Stadt Nicaraguas. Und es ist hier super heiß. Ich blieb drei Nächte und wir hatten jeden Tag 33-36 °C. Die Luft war erdrückend und ich habe nur am frühen Vormittag oder am Nachmittag etwas gemacht, da es in der Sonne kaum auszuhalten war. Die Architektur hat mich an Antigua, Guatemala, erinnert und es war schön, durch die Straßen zu schlendern. Mittelpunkt der Stadt ist die größte Kathedrale Zentralamerikas. Um die Kathedrale herum befinden sich viele Cafés, Restaurants und Geschäfte.










Bevor ich mir die Stadt aber genauer anschaute, stand eine Tour an. Dienstagnachmittag ging es Volcano-Boarden! Das kann man in der Form nur hier machen. Mit dem Bus ging es zum Vulkan Cerro Negro. Dort angekommen, nahmen wir uns jeder ein Board, den Rucksack, den wir vor der Abfahrt erhalten hatten, und eine Schutzbrille. Dann mussten wir damit erstmal etwa eine Stunde auf den Vulkan wandern. Für 5$ trägt jemand einem das Board nach oben, wenn man das möchte. Nachdem ich mich nun schon durch einiges durchgequält habe, ging ich davon aus, das mit links zu schaffen. Was ich nicht bedacht habe: Es war super windig. Das Board funktionierte wie ein Segel und man wurde umhergerissen. Anfangs ging es noch, als es dann aber offeneres Gelände wurde, hatte ich Sorge, einfach vom Vulkan gepustet zu werden. Mit meinem ganzen Körpergewicht lehnte ich mich dagegen und mit viel Geduld, kam ich oben an. Zurück im Hostel fand ich einen großen blauen Fleck auf der Hüfte. Das Board scheint vom Winde ständig an meinen Hüftknochen gequetscht worden zu sein.




Oben ging es dann noch ohne das Board Richtung Krater und der Ausblick, auch schon während des Weges nach oben, war atemberaubend. Wenn man hier oben ein kleines Loch in den Boden grub, konnte man fühlen, wie heiß der Sand unter der obersten Schicht war. Dann sollte es aber losgehen. Wir zogen unsere Schutzanzüge an (meiner war an den Beinen viel zu kurz), trugen etwas vor Mund und Nase und setzten die Schutzbrille auf. Dann liefen wir noch ein Stück weiter und wieder etwas runter und dann sahen wir die Strecke. Die Rekorgeschwindigkeit der Abfahrt lag wohl bei 101 km/h. Die Strecke ist laut Internet 500-700m lang und der steilste Teil geht bis zu 41 Grad abwärts. Wir bekamen noch oben die Sicherheitseinweisung (wie bremsen wir, wie werden wir schneller und was machen wir, wenn wir vom Board fallen), und dann ging es auch schon los. Wir waren eine unglaublich große Gruppe von über 60 Leuten, so konnten wir erstmal andere bei ihren ersten Versuchen beobachten. Es sah teils unglaublich langsam aus, und ich war mir sicher, dass sich schon das unglaublich schnell anfühlen würde. Als ich endlich an der Reihe war, ging es nur stockend los. In einer kleinen Kurve rutschte ich fast vom Board. Dann ging es aber nur noch geradeaus und ab da wurde ich immer schneller. Es hat unglaublich doll Spaß gemacht, war aber auch viel zu schnell vorbei. Kurz vorm Ende wurde die Geschwindigkeit gemessen und ich war wohl bei 36 km/h. Ich kann sagen, es hat sich seeehr viel schneller angefühlt.




Wir warteten, bis alle unten waren und gingen zurück zu den Bussen. Auf oder vor den Bussen sitzend schauten wir uns den Sonnenuntergang an, bevor es im Partybus zurückging. Unterwegs stoppten wir für Abendessen, was bei dem ganzen Ausflug dabei war. Das Ganze war mit fast 50$ ein teurerer Ausflug, aber es hat sich gelohnt!


Einen kompletten Tag hatte ich in León dann noch vor mir. Morgens schlenderte ich noch einmal durch die Stadt. Ich war überrascht, wie viele Menschen ich schon einmal in Guatemala oder El Salvador gesehen habe. Nachmittags besuchte ich dann das Dach der Kathedrale. Bis zum Sonnenuntergang durfte man oben bleiben, die Schuhe musste man ausziehen. Man sah schon vorher, wie groß die Kathedrale war, aber erst auf dem Dach realisierte ich, wie riesig. Von jeder Seite aus hatte man einen anderen schönen Ausblick. Die meiste Zeit des Tages habe ich aber im Hostel in der Hängematte im Schatten verbracht.










Nach den drei Nächten ging es mit dem Shuttle dann aber nach Granada. Bevor ich zu der zweiten Stadt mehr schreibe, hier noch ein paar Bilder aus León.








In Granada habe ich zwei Nächte gebucht. Den ersten Tag schlenderte ich durch die Stadt. Sie ist schön, im Vergleich zu León war sehr viel weniger los. Ich weiß nicht, ob es der Tag und die Tageszeit waren, aber es waren kaum Menschen unterwegs. Ich schlenderte bis zur Promenade des Lago Cocibolca und wieder zurück. So richtig viel zu entdecken gab es nicht, beziehungsweise war ich mit den Highlights der Stadt schnell durch.









Für Freitag habe ich dann eine Tour zur Laguna de Apoyo gebucht. Es handelte sich um einen Daypass für ein Hotel mit Seezugang, Liegen, Schwimmreifen und Kajaks, die zur Verfügung standen. Die Laguna de Apoyo ist ein Kratersee und das Wasser ist salzig. Warum, kann man nicht sagen, er ist nicht am Meer gelegen und bisher konnte es noch nicht erklärt werden. Der Tag dort war wunderschön und herrlich entspannt. Ich schwamm viel, saß das erste Mal in einem Kajak (wenn auch nur für 10 Minuten), hatte Ruhe zu lesen oder mich in einem Schwimmring treiben zu lassen. Und plötzlich entdeckte ich im Baum nebenan mindestens 12 Affen, inklusive Babys. Nach 6 Stunden wurden wir wieder abgeholt und zu unseren Hostels zurückgebracht.


Am Abend besuchte ich noch das Dach der Kathedrale. Nachdem ich den Eingang eine Weile nicht fand, war ich eine Minute zu spät und das Tor war bereits verschlossen. Glücklicherweise kam gerade ein Mitarbeiter um die Ecke und nachdem ich nett darum bat, ließ er mich noch hoch. Leider wurden wir aber schon, bevor die Sonne unterging, heruntergeschickt. Der Ausblick und das Licht waren trotzdem sehr schön.




Für mich sollte es eigentlich am nächsten Tag weitergehen, ich hatte aber noch eine Tour, die mich interessierte und nicht losließ. Ich blieb also eine dritte Nacht in Granada. Was für eine Tour das war, ob es sich gelohnt hat zu bleiben und was ich noch so erlebt habe, erfahrt ihr dann im nächsten und letzten Blog zu Nicaragua. Bis zum nächsten Mal Jasmin






