El Salvadors Norden
Erfahrung

El Salvadors Norden

Februar 20266 min. Santa Ana & Juayua
J

Jasmin

Travel Bloggerin

Ich bin ins nächste Land gereist! El Salvador ist das zweite Land meiner Reise. Es stand nicht auf meiner Liste und ich war aus verschiedenen Gründen am Überlegen, das Land zu überspringen. Ich kann verraten: Ich bin froh, es nicht übersprungen zu haben. In keinem anderen Land habe ich bisher so viele offene und freundliche Menschen getroffen! Und aus einer geplanten Woche wurden zwei. Viel Spaß beim Lesen über meine erste Woche.

Etwa 3 weitere Stunden Busfahrt und eine Grenzkontrolle später und ich bin in Santa Ana, El Salvador. Es ist schon Nachmittag, als ich im Hostel ankomme, und die Nachtfahrt und die Busfahrt über die Grenze haben ganz schön geschlaucht. Ich habe bis auf ein paar Snacks kaum gegessen und in Santa Ana sind es über 30 Grad. Der ständige Ortswechsel der letzten Wochen und die hohe Temperatur auf fast leerem Magen haben sich durch starke Magenkrämpfe bemerkbar gemacht und ich war zu nichts mehr zu gebrauchen. Nach einer kleinen Mahlzeit ging ich nur noch duschen und ins Bett. Der Dienstag war dann mein Entspannungstag, an dem ich nur gelesen und gejournalt habe und kurz einkaufen war, denn ich habe das erste Mal seit über 40 Tagen wieder kochen können. Das war toll!

Catedral de Nuestra Señora Santa Ana
Catedral de Nuestra Señora Santa Ana
Teatro Nacional de Santa Ana
Teatro Nacional de Santa Ana

Für Mittwoch habe ich dann eine Tour gebucht: es ging wieder auf einen Vulkan! Etwa zwei Stunden dauerte die Wanderung auf den Santa Ana Vulkan. Es war so viel angenehmer, ohne schweres Gepäck zu wandern. Oben angekommen hatten wir einen unglaublichen Ausblick auf den 300 Meter tiefen Krater und das türkisfarbene Wasser darin. Noch bevor wir das Wasser sahen, rochen wir es: Schwefel. Der Geruch war ziemlich stark. Das trübte die Begeisterung aber nicht. Es waren zwar viele Menschen am Kraterrand, es verteilte sich aber ganz gut, sodass man sich nicht im Weg stand. Hier machten wir ein paar Fotos und genossen den Ausblick auf den See Coatepeque und den benachbarten Vulkan, bevor es wieder runter und zum besagten See ging.

Blog image
Blog image
Blog image
Blog image
Blog image

Der Lago de Coatepeque war unglaublich klar und ruhig und während wir im Restaurant auf unser Essen warteten, gingen wir schwimmen. Wie viel besser sich 33 Grad aushalten lassen, wenn man einen See zum Abkühlen hat! Hier am See könnte man auch Jetskis mieten, das sah nach viel Spaß aus. Wir machten uns nach dem Essen aber auf den Rückweg zum Hostel. Zum Restaurant kann ich sagen, dass die Lage unglaublich schön war. Wir saßen auf einer Terrasse über dem Wasser und konnten direkt von dort ins Wasser, aber ich war auch unglaublich überstimuliert. Denn zusätzlich zu der sehr lauten Musik, die dort abgespielt wurde, lief eine Gruppe von drei Männern von Tisch zu Tisch und spielte Live-Musik. Aus jeder Richtung kam also laute Musik und wir versuchten uns zu unterhalten, aber bis die Herren weiterzogen, war das kaum möglich.

Lago de Coatepeque
Lago de Coatepeque

Abends ergab sich dann noch spontan die Gelegenheit, ins Stadion zu gehen und ein Fußballspiel zu sehen. Santa Ana spielte ein Heimspiel. Die Stimmung war ganz besonders. Es gab eine Band und alle Fans sangen und tanzten das komplette Spiel. Santa Ana machte ein Tor: es wurde gesungen und getanzt. Ein Spieler lag am Boden und musste mit Trage raustransportiert werden: Es wurde gesungen und getanzt. Die gute Laune war ansteckend und Santa Ana gewann 3:1. Was für ein schöner und ereignisreicher Mittwoch!

Heimspiel Santa Ana
Heimspiel Santa Ana

Am Donnerstag buchte ich eine Walking-Tour und ich war die einzige Person. Carlos gab mir also eine Privattour durch Santa Ana und zusätzlich zu leckerem Obst, das ich vorher noch nie gegessen habe, lernte ich viel über die Geschichte des Landes. Ich lernte etwas über die Gangs, die nach dem Bürgerkrieg ihr Unwesen trieben, und wie El Salvador von einem der gefährlichsten Länder zu einem der sichersten in Zentralamerika wurde. Eine wirklich grausame Geschichte. Die Locals, mit denen wir sprachen, waren über die Veränderungen im Land glücklich und freuen sich, dass immer mehr Touristen ihr Land bereisen. Es hat aber ganz sicher auch seine Schattenseiten, worüber ich mir vor der Ankunft auch Gedanken machte. Ich bin aber sehr froh, hergekommen zu sein und bereits so viel gelernt zu haben. Zum Sonnenuntergang ging es dann noch für 3 $ auf das Dach der Catedral de Nuestra Señora Santa Ana. Wir waren die letzten Besucher, die hochdurften und die Stadt in diesem Licht zu sehen, war sehr schön.

Kathedrale
Marktbesuch
Nationalblume El Salvadorˋs - die Riesen-Palmlilie
Gekochte Yuca
Iglesia de El Calvario
Nationaltheater und Kathedrale
Das Rathaus bei Sonnenuntergang
Auf dem Dach der Kathedrale
Kathedrale

Freitag ging es dann mit dem Bus weiter nach Juayua. Die erste Busfahrt mit einem öffentlichen Bus und keinem Shuttle. Ich zahlte 80 Cent und 2 Stunden später bin ich im nächsten Hostel angekommen. Es lief alles super und die Fahrt war angenehm. Juayua ist ein kleiner Ort auf der "Ruta de las Flores", die ihren Namen hat, weil hier von November bis Februar viele Blumen blühen und man die kleinen Dörfer der Strecke abfahren und diese bewundern kann. Leider waren nicht mehr viele dieser Blumen in ihrer Blüte, es lohnt sich trotzdem auf jeden Fall. Juayua ist wunderbar zu Fuß zu erkunden, es ist jedoch sehr klein. Ich habe trotzdem drei Nächte hier verbracht, da es in der Umgebung einiges zu tun und zu sehen gibt.

Blog image

Am Samstag ging es mit einem Tourguide zum "7 Waterfall Hike". An 3 Wasserfällen entlang und durch das Wasser durch ging es, bis wir beim vierten klettern mussten. Am ersten Teil befestigte der Tourguide ein Seil und es sind mit der Zeit und vielen Besuchern mehr oder weniger natürliche Stufen entstanden, die den Aufstieg erleichterten. Der zweite Teil wurde dann aber ohne ein Seil geklettert und ich bin sehr froh, schon das ein oder andere Mal in der Boulderhalle gewesen zu sein. Dadurch, dass es an einigen Stellen sehr rutschig sein konnte, habe ich mich mit aller Kraft mit den Händen oder teilweise nur zwei Fingern festgehalten. Mir war etwas mulmig, aber es hat auch unglaublich Spaß gemacht. So sind wir ein gutes Stück neben dem Wasserfall nach oben geklettert (ich habe versucht herauszufinden, wie hoch dieser Wasserfall ist und ich habe nur die Angabe von 40 Metern gefunden). Danach gab es dann noch zwei weitere Wasserfälle, bevor es zu Wasserfall sieben ging. Das Wasser kam hier aus den Felsen und höher ging es nicht.

Blog image
Blog image
Blog image
Blog image

Samstags und sonntags gibt es ein Foodfestival im Zentrum Juayuas. Ich schlenderte etwas umher und es gibt große und sehr volle Teller für um die 6 $. Da jedoch fast alles mit Fleisch und Fisch war, entschied ich, selber zu kochen. Sonntag erkundete ich dann zwei Nachbarorte, die auch zur Ruta de las Flores gehören. Als Erstes ging es mit dem Bus in die Concepción de Ataco. Ein kleiner Ort, es gibt aber viel zu entdecken. Es werden an jeder Ecke bunte Sachen verkauft und wenn man genug umher schlendert, sieht man jede Menge Kunst an den Hauswänden. Im Zentrum steht eine kleine Kirche und der Park nebenan ist wunderschön grün. In der Region wird viel Kaffee angebaut und wenn man mag, kann man eine Tour der Plantage inklusive eines Tastings machen. Ich setzte mich eine Weile in den Park und las mein Buch und dann begann jemand Panflöte zu spielen, was irgendwie gut zu der Atmosphäre der Stadt passte.

Blog image
Blog image
Blog image
Blog image
Blog image
Blog image
Blog image
Blog image
Blog image
Blog image
Blog image
Blog image

Danach ging es nach Apaneca, der Ort war jedoch so klein, dass ich nach nur fünf Minuten das Zentrum komplett gesehen habe. Viele Besucher kommen in den Ort für den Freizeitpark "Café Albania". Man zahlt 5$ Eintritt, um in den Park zu kommen und je nach Aktivität zahlt man nochmal 3 $-15 $ für die jeweilige Aktivität, die man machen möchte. Ich hätte gerne die berühmte Regenbogenrutsche ausprobiert (10$ zusätzlich zum Eintritt), hatte jedoch nicht bedacht, dass ich meinen Rucksack mit Kameraequipment dabei hatte. Da ich alleine unterwegs war, fragte ich, wo der Rucksack während der Fahrt sein könnte und sie sagte mir, ich könnte ihn da einfach stehen lassen. Das wollte ich nicht riskieren, also fuhr ich zurück zum Hostel. Ich habe gehört, dass es großen Spaß machen soll und im Nachhinein auch, dass bei jeder Aktivität Sicherheitsleute stehen, wo man die Tasche lassen könnte. Den Spaß habe ich diesmal also leider nicht mitgemacht..

Blog image
Blog image
Blog image

Es ging für eine letzte Nacht ins Hostel in Juayua und damit ist die erste Woche El Salvador auch schon um. Wohin es dann in der zweiten Woche ging und was ich erlebt habe, lest ihr in Teil zwei. Bis zum nächsten Mal Jasmin

Vulkankrater
Vulkankrater
Fahrt im Chickenbus
Kirche in Juayua
Blick aus dem Park in Ataco
Concepción de Ataco
Kirche in Ataco
Hof in Ataco
Vulkankrater
Marktstraße Santa Ana´s
Piñatas aus Handarbeit
Dach der Kathedrale
Haus in Juayua
Dach der Kathedrale
Straße in Apaneca
Marktstraße Santa Ana´s