
Guatemalas Osten
Jasmin
Travel Bloggerin
Meine letzte Woche in Guatemala enthielt einige Höhen und Tiefen. Ich war sehr viel im Bus unterwegs, was anstrengend war, mich aber auch an wunderschöne Orte gebracht hat und ich war überfordert und habe an dieser ganzen Reise gezweifelt. Hier also mein Erfahrungsbericht der letzten Woche Guatemala.
Nach der anstrengenden Vulkanwanderung blieb ich noch eine Nacht im Hostel in Antigua, bevor mich der Shuttle morgens gegen 8 Uhr abholen sollte. Um 08:40 Uhr kam er dann und bis wir alle eingesammelt haben, verging eine weitere Stunde und wir verließen Antigua. Zwischen 8 und 10 Stunden sollte es dauern, nach etwa 11 Stunden war ich dann aber letztlich erst in Lanquin. Die Busfahrt war sehr anstrengend und beengt. Meine Beine habe ich gerade so vor mir haben können, die Kniescheiben in den Sitz vor mir drückend... Ich konnte die Beine etwas im Gang ausstrecken, aber das schiefe Sitzen gefiel meinem Rücken auch nicht allzu gut (was nach 11 Stunden Sinn macht). Mit einem Tuktuk ging es bei meiner Ankunft dann noch auf holprigen Straßen in meine Unterkunft für die nächsten zwei Nächte, denn für den nächsten Tag war eine Tour geplant: Semuc Champey!


Auf der Ladefläche eines Pickups ging es zu fünft von unserem Hostel aus los. Bis wir im Nationalpark ankamen, waren wir etwa 13 Personen auf der Ladefläche, zwei Guides auf dem Autodach und ein paar weitere Teilnehmer im Wagen. Es begann also schon abenteuerlich. Ich wusste nicht, was alles während der Tour geplant war (außer Semuc Champey natürlich) und so begann die Tour kurzerhand mit einem Höhlenbesuch. Jeder bekam eine Kerze und die Guides hatten eine Stirnlampe, die sie gelegentlich einschalteten. In der Höhle sind wir dann gelaufen, geschwommen, einen Wasserfall hinaufgeklettert und ein wirklich enges Loch heruntergerutscht. Man hätte auch von höher gelegenen Felsen springen können, das Wasser sah mir dazu aber etwas zu Flach aus.
Danach ging es zu einem Wasserfall im Freien. Wir haben dort etwa eine halbe Stunde Zeit gehabt zu schwimmen oder in der Sonne zu liegen, bevor es weiter ging. Das Wasser war unglaublich klar und erfrischend kalt. Wir machten uns auf den Weg zu unseren großen Schwimmreifen, auf denen wir uns nun ein Stück Flussabwärts treiben ließen. Die Strömung war nur seicht und so trieben wir nur langsam und konnte den Dschungel um uns noch mehr genießen.


Und nach der Mittagspause ging es dann in den Semuc Champey Park. Wer wollte, erklomm erst den Aussichtspunkt. Das war wirklich anstrengend, denn meine Beine waren durch die Acatenango Wanderung vorbelastet und die Luftfeuchtigkeit dort ist sehr hoch. Es hat sich aber gelohnt. Die Pools von oben zu sehen war wunderschön. Unser Guide erzählte uns, dass das Wasser der Pools aus den Bergen kommt und dass unter diesen Pools der Fluss "Río Cahabón" entlangläuft. Letzterer ist der Fluss, den wir mit den Reifen entlanggetrieben sind. Und der Wasserfall, unter dem ich saß, kam von den Pools. Wenn man unter dem Wasserfall sitzt, kann man den Temperaturunterschied des Flusses und des herabfallenden Wassers der Pools fühlen. Es ist wie eine warme Dusche im kalten Fluss. Dann ging es aber runter und rein in die verschiedenen Pools. Wir entspannten und erkundeten die anderen Pools, bis der Park schloss. Dann ging es mit dem Pick-up zurück zum Hostel. Was ein aufregender Mittwoch!



Am Donnerstag stand dann erneut eine lange Busfahrt bevor: 10 Stunden nach Flores. Ich weiß nicht warum ich dachte, es wären nur 5-6 Stunden (das wäre toll gewesen). In diesem Bus hatte ich minimal mehr Beinfreiheit (heißt, ich musste meine Knie nicht reinquetschen, es war trotzdem eng) und zusätzlich war unter meinen Füßen scheinbar der Motor. Meine Füße wurden also ordentlich beheizt, während die Klimaanlage alles gab, den Bus zum Gefrieren zu bringen. Und auf dieser Fahrt dachte ich dann "Was mache ich hier eigentlich?". Mein Rücken tat mir weh, durch die Klimaanlage bekam ich Halsschmerzen und ich war unglaublich erschöpft. Ich war sehr froh, als ich endlich in Flores ankam. Flores selbst ist eine kleine Insel in einem See, die Häuser sind bunt und es gibt jede Menge Restaurants. Freitag habe ich mir nichts vorgenommen, außer zu entspannen und meine weitere Reise zu planen, was wirklich nervenaufreibend war. Ich wäre danach wirklich gerne nach Belize gereist, die Insel, auf die ich wollte, hatte aber kein Hostel mehr frei. Belize selbst ist eher teuer und eine private Unterkunft lag weit über meinem Budget. So musste ich umplanen und überlegen, wie ich von einer Seite Guatemalas wieder auf die andere Seite komme und dann weiter in das nächste Land. Ich wusste, der Nachtbus würde in Guatemala City um 5 Uhr morgens ankommen. Die Stadt hat keinen guten Ruf was die Sicherheit betrifft, weshalb ich mich bei dem Gedanken sehr unwohl gefühlt habe, dort morgens im Dunkeln mit all meinen Sachen anzukommen. Die Alternative wäre fliegen gewesen, mit teils sehr langen Zwischenstopps. Außerdem wäre es sehr teuer gewesen oder ich hätte ein/ zwei Länder überspringen müssen. Die ganze Planung führte dann ehrlicherweise dazu, dass ich komplett überfordert war und darüber nachdachte, einfach nach Hause zu fliegen und von dort irgendwo anders hin, wo ich ein besseres Gefühl habe. Ich entschied mich erstmal, einen Spaziergang um die Insel zu machen, um einen klaren Kopf und Abstand zu all der Planung zu bekommen.






Danach buchte ich dann die Tour, weshalb ich so weit gereist bin: Tikal. Es handelt sich hier um eine antike Maya Stadt mitten im Regenwald. Um 02:45 Uhr wurden wir am Hostel abgeholt, damit wir zum Sonnenaufgang über den Tempeln da sind. Bevor wir jedoch zum Aussichtspunkt kamen, mussten wir etwa 30 Minuten durch den stockdunkeln Wald laufen. All die Geräusche, die Sterne und vor allem das Brüllen der Brüllaffen (wenn du nicht weißt, wie sie klingen, hör sie dir unbedingt an, es war, als wäre ich im Jurassic Park). Als wir auf dem Tempel ankamen, von dem aus wir den Sonnenaufgang sehen sollten, konnte ich schon im Dunkeln erkennen, wie neblig es war. Das änderte sich auch kaum, bis die Sonne aufging und so konnten wir den Umriss der Ruinen nur erahnen. Es war trotzdem sehr schön, der Sonne beim Aufgehen zuzusehen und den Affen beim Brüllen zuzuhören.






Danach begann dann die Tour durch einen Teil des Nationalparks und wir erhielten viele Informationen zu den verschiedenen Tempeln und wie das Leben vermutlich war (sie sind so alt, dass nicht alles mit Sicherheit gesagt werden kann). Es gab so viele Tempel, von kleinen bis zu sehr hohen, freistehenden und kleine "Dörfer". Der höchste Tempel in Tikal ist Tempel IV, er ist 65-70 Meter hoch (es gibt unterschiedliche Angaben, da er teils mit und teils ohne Dachkamm gemessen wird) und damit einer der höchsten Maya Tempel überhaupt.







Wir besuchten auch einen Bereich des Parks, der laut Guide viel ruhiger ist und es kommen aus irgendeinem Grund kaum Tiere dort hin. Es ist ebenfalls mitten im Dschungel, aber es war tatsächlich ruhiger. Nur Fledermäuse wurden dort gesichtet, und zwar verstorbene. Irgendwie mystisch und sehr spannend. Es ist nicht ganz klar, ob dieser Bereich der Ruinen damals ein Gefängnis gewesen ist und dort viele Menschen gestorben sind. Gegen Mittag endete die Tour und es ging zurück nach Flores. Bevor es dann am Sonntagabend weiter ging, erkundete ich weiter die Insel, aß im Restaurant "Maracuya" mit einem wunderschönen Ausblick auf den See und packte meine Sachen, denn ich entschied mich tatsächlich für den Nachtbus nach Guatemala City (es gab auch leider kaum Alternativen).


Hier hatte ich aber glücklicherweise einen breiten, gemütlichen Sitz, den man gut zurückstellen konnte, sodass ich schlafen konnte und jede Menge Beinfreiheit. Und aufgrund des Staus in der Stadt kamen wir erst um 7 Uhr morgens an. Hier bestellte ich mir dann einen Uber zur nächsten Busstation und nachdem wir einen Platten hatten und der Reifen gewechselt war, kam ich an und konnte das Ticket ins nächste Land kaufen. Dazu dann aber im nächsten Blog mehr. Ihr lest, es war eine aufregende Woche. Auf eine entspanntere kommende Zeit. Bis zum nächsten Mal Jasmin







